Evangelische Kirche im Pfarrbereich Möckern

Liebe Besucher unserer Seite, liebe Gemeindglieder,

Bis auf Weiteres müssen leider alle geplanten Gemeindeveranstaltungen in unserem Pfarrbereich wegen der Coronakrise ausfallen.

Das betrifft die Gottesdienste, die Kinder-, Konfirmanden- und Seniorenarbeit, Chor und Gemeindeabende.

Auch Geburtstagsbesuche sind von der Kirchenkreisleitung untersagt worden. Gemeindekirchenratssitzungen werden auch nicht stattfinden.

Ich hoffe, Sie haben Verständnis für diese Maßnahmen. Letztlich dienen sie alle ja unserem Schutz. Gern biete ich meine Hilfe an, wenn irgendwo Not am Mann ist, jemand zum Einkaufen gebraucht wird, Kinder betreut werden müssen… Wenden Sie sich bitte vertrauensvoll an mich.

Das Gemeindebüro und Pfarramt sind weiterhin besetzt und für Sie da.

Herzliche Grüße, Ihr Pfarrer Martin Vibrans

Morgen wird hier ein neuer 5-Minuten-Gottesdienst abrufbar sein, den wir in unserer St. Laurentiuskirche in Möckern aufgenommen haben.

Für den morgigen Sonntag Judika hier die Predigt:

Hebräer 13 12-14

Darum hat auch Jesus, damit er das Volk heilige durch sein eigenes Blut, gelitten draußen vor dem Tor. So lasst uns nun zu ihm hinausgehen aus dem Lager und seine Schmach tragen.  Denn wir haben hier keine bleibende Stadt, sondern die zukünftige suchen wir.

Liebe Schwestern und Brüder!

In unserer Zeit wird immer wieder gesagt, es fiele den jungen Menschen immer schwerer, einen Zugang zu ihrer Kirche zu finden. Sie nehmen weniger als früher am Gemeindeleben teil – einmal von der Konfirmation und der Zeit davor abgesehen – und sie besuchen auch immer seltener einen Gottesdienst.

Ich bin überzeugt, das hat nicht nur damit zu tun, dass die Kirchen, die Pfarrerinnen und Pfarrer und die sonst in der Gemeinde Tätigen die Jugendlichen nicht mehr so ansprechen können. Das liegt auch an der frohen Botschaft selbst: Was sie sagt und wie sie es sagt – in dieser Zeit.

„Darum hat auch Jesus, damit er das Volk heilige durch sein eigenes Blut, gelitten draußen vor dem Tor.“ Das will heute keiner hören, schon gar kein junger Mensch: Leiden, mit eigenem Blut, für andere …

Ja, wenn es hieße: Jesus hat dafür gesorgt, dass die Menschen ein schönes, kurzweiliges Leben genießen können, gesund sind, dass alle genug zu essen, ein Dach über dem Kopf und Arbeit haben.

Aber das: … damit er das Volk heilige … Wer kann sich darunter auch nur etwas vorstellen?

Und das geht ja so weiter: So lasst uns nun zu ihm hinausgehen aus dem Lager und seine Schmach tragen. Wer wird denn so etwas wollen – wenn er das Wort überhaupt versteht: “Schmach” … also Schande, Leiden und Schmerz?
Und das letzte stimmt einfach nicht, nicht nur für die Jungen, auch für uns Erwachsene: Denn wir haben hier keine bleibende Stadt, sondern die zukünftige suchen wir. Wir suchen meist diese Welt und ihre Freude. Wir haben uns in ihr gut eingerichtet, jedenfalls so gut es halt geht. Nach der zukünftigen Welt steht uns nicht der Sinn, heute jedenfalls noch nicht!

Und trotzdem, das bleibt die biblische Botschaft für diesen Sonntag. Und wir können sie nicht anders sagen, als sie nun einmal in der Heiligen Schrift steht. Und ich glaube fest, wenn wir uns ein wenig bemühen, wenn wir bereit sind, hinter diese schwer verständlichen Worte und Gedanken zu sehen und zu hören, dann wird auch in ihnen für uns ein Sinn aufgehen und wir spüren, dass sie mit unserem Leben zu tun haben.

Jesus hat, damit er das Volk heilige durch sein Blut, gelitten draußen vor dem Tor … Das ist das erste, der Grund unseres Glaubens, der feste Boden, auf dem wir Christen stehen: Christus hat für uns gelitten. Er ist für uns gestorben, damit wir Frieden hätten und durch seine Wunden sind wir geheilt.

Gewiss: viele Zeitgenossen sagen heute, sie würden das nicht mehr verstehen, warum einer für andere leiden muss, warum Gott ein Opfer verlangt, ja, ob wir denn wirklich irgendwelche Sünden auf uns geladen hätten, die einer bezahlen müsste?

Aber ich glaube, wir stehen alle einmal in Lebensstationen, da spüren wir:

Hier komme ich alleine nicht mehr raus. Jetzt bin ich so verstrickt in Schuld oder die Folgen meiner Eigensucht – da muss ein anderer heraushelfen.

Vielleicht geraten wir auch an den Punkt unseres Weges, an dem die Frage nach dem Sinn dieser 60, 70 oder 80 Lebensjahre so drängend wird, dass wir sie einfach nicht mehr zum Schweigen bringen können.

Manchmal sind es Krisen, wie die Corona Krise in diesen Tagen, die uns in die Tiefe führen und uns nach dem Sinn des Lebens fragen lassen und auch unserer Gesellschaft noch einmal ganz andere Fragen stellen.

Wenn wir den Ruf Gottes hören, wenn wir merken, dass wir es viel zu lange allein machen wollten, dann wird es uns klar: Wir brauchen einen, der alles gut macht, was nicht gut war und gut ist an uns und dieser Welt. Christus ist dieser eine. Er gibt sich selbst in den Tod. Wir sind frei durch ihn. Das ist der erste Gedanke, den wir mitnehmen können aus diesen schwierigen Versen.

Und hier ist das zweite: Lasst uns nun hinausgehen zu ihm und seine Schmach tragen! Das zweite, wie gesagt. Es kommt immer erst dann in Frage, wenn schon der Grund gelegt ist, wenn der Glaube in einem Herzen entstanden ist. Wir können nicht hinausgehen, seine Schmach tragen, um vor Gott recht und angenehm zu werden. Wir können überhaupt nichts tun und müssen auch nichts tun für unser Ansehen bei Gott. Es ist schon alles getan. Ob uns das nun passt oder nicht.

Wir können nur hören und annehmen, dass Gott uns immer zuvorkommt! Christus ist für uns gestorben – darum sind wir Gott recht. Jetzt können wir dankbaren Herzens hinausgehen in die Welt und ihr davon erzählen.

Und dies ist das dritte: Wir haben hier keine bleibende Stadt, sondern die zukünftige suchen wir. Hier wird sozusagen der Horizont, der Ausblick unseres Glaubens sichtbar: Wenn wir zum Glauben an Jesus Christus gefunden haben, wenn wir zu ihm hinausgegangen sind, um mit ihm das Leben zu bestehen, dann sollen wir nicht vergessen: Es steht noch etwas aus! Ja, nicht nur “etwas”, das Eigentliche steht aus: die ewige Stadt.

Wir haben hier keine bleibende Stadt … Vielleicht haben wir das ja zuzeiten nötig, dass uns einer auch einmal anstößt: “Du, vergiss nicht, diese Welt, dein Haus, dein Hab’ und Gut bleibt nicht. Es vergeht alles und du nimmst nichts mit. Darum denk’ an die zukünftige Welt Gottes und lebe und arbeite und beziehe deine Kraft von daher!”

Das macht wohl einen Unterschied, ob ich nun alles haben und halten muss, oder ob ich großzügig und gütig aus der Fülle geben kann, die mir Gott schenkt. Und wer hin und wieder erinnert wird: Wir haben hier keine bleibende Stadt …, der wird mit Freude erfüllt, wo er ohne diese Aussicht vielleicht verzweifeln müsste.
Amen.

Gebet

Jesus, unser Gott,
in einer Zeit der Belastung und der Unsicherheit für die ganze Welt
kommen wir zu Dir und bitten Dich:

für die Menschen, die mit dem Corona-Virus infiziert wurden und erkrankt sind;
für diejenigen, die verunsichert sind und Angst haben;
für alle, die im Gesundheitswesen tätig sind und sich mit großem Einsatz um die Kranken kümmern;
für die politisch Verantwortlichen in unserem Land und weltweit,
die Tag um Tag schwierige Entscheidungen für
das Gemeinwohl treffen müssen;

für diejenigen, die Verantwortung für Handel und Wirtschaft tragen;
für diejenigen, die um ihre berufliche
und wirtschaftliche Existenz bangen;
für die Menschen, die Angst haben, nun vergessen zu werden;
für uns alle, die wir mit einer solchen Situation
noch nie konfrontiert waren;
für die Menschen, die einen lieben Angehörigen durch das Virus verloren haben.

Herr, steh uns bei mit Deiner Macht,
hilf uns, dass Verstand und Herz sich nicht voneinander trennen.
Stärke unter uns den Geist des gegenseitigen Respekts, der Solidarität und der Sorge füreinander.
Hilf, dass wir uns innerlich nicht voneinander entfernen.
Stärke in allen die Fantasie, um Wege zu finden,
wie wir miteinander in Kontakt bleiben.
Wenn auch unsere Möglichkeiten eingeschränkt sind,

Wir stehen mitten in der Passionszeit.
In diesem Jahr werden uns Verzichte auferlegt,
die unsere Lebensgewohnheiten schmerzlich unterbrechen.

Gott, unser Herr, wir bitten Dich
Gib, dass auch diese Wochen und Monate uns die Gnade schenken,
unseren Glauben zu vertiefen und uns mit allen Menschen verstehen als Kinder unseres gemeinsamen Vaters im Himmel.

Amen.